Alte Liebe

Walter Sittler & Marielle Millowitsch

“Man hat sich, doch man stört sich nicht,
besitzt sich, doch gehört sich nicht.
Damit man das verstehe,
bezeichnet man’s als Ehe”.

Ganz so pessimistisch wie Georg Kreisler muß man eine Ehe, auch nach vierzig Jahren, noch nicht sehen.
Eine Ehe muss nicht, sobald sie geschlossen wird, zwangsläufig das Ende der Liebe sein.
Vierzig Jahre Ehe sind eben auch nicht nur anfangs wilde Liebe, sondern auch später liebe Windungen.
Windungen zeichnen sich aber auch dadurch aus, daß alles, manchmal zumindest, auch wieder zum althergebrachten führen kann.
Oder, auch nicht?
Tagtäglich gehen Lore und Harry durch diesen langanhaltenden Prozess.
Die Bibliothekarin und der Architekt haben Stürme überdauert, alle sogar, haben eine Tochter gezeugt, die ihnen inzwischen den dritten Schwiegersohn zu “schenken” bereit ist und wissen, obwohl sie der aufgeklärten Ehegeneration angehören, nicht, wie sie damit umgehen sollen.
Sie wollen “die Balance zwischen Leben und Tod” zwar irgendwie hinkriegen, wollen das aber, jede/r für sich, auf dem jeweilig individuellen Weg schaffen.
Er hat den Garten, sie das Warten.
Trotzdem macht dieser Abend Hoffnung, weil die beiden es schaffen zu zeigen, daß eine Liebe eben nicht nur die Erotik der frühen Tage, sondern auch das Neu- Erkennen der späten Jahre beinhaltet.
“Lass uns so sein, daß wir andere nicht beneiden müssen!”
Dieser Satz ist die Quintessenz des AbenMit:
Mariele Millowitsch und Walter Sittler:
Zwei, die sich vor Jahrzehnten schon im TV gesucht und gefunden haben, die beide gleich ticken, spielen quasi eine Art geniales Pingpong.

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